Den Sommer konservieren …
Hol Dir Holunder!

Der Geschmack von Holunder ist etwas speziell und nicht jedermanns Sache. Viele aber schätzen das besondere Aroma, das auch im Winter an Sommer und Sonne erinnert – und das nicht nur in Form des beliebten „Hugo“.

Noch ist Zeit, Holunderblüten zu sammeln, denn die weißen Dolden leuchten einem im Moment noch überall entgegen. Doch nicht mehr allzu lange und die Pracht ist vorbei. Wenn man dann noch Pläne mit Holunder hat, muss man auf die Beeren warten – und hoffen, dass man bei deren Ernte schneller ist als die Vögel.

Holunderblüten sollte man vor dem Verarbeiten besser nur durch sanftes Schütteln von Käferchen säubern und nicht waschen - damit wäscht man auch den Pollen ab, der dem Sirup den Geschmack verleiht.

Holunderblüten sollte man vor dem Verarbeiten besser nur durch sanftes Schütteln von Käferchen säubern und nicht waschen – damit wäscht man auch den Pollen ab, der dem Sirup den Geschmack verleiht.

Wichtig beim Sammeln von Holunderblüten oder auch -beeren ist, dass man den echten, schwarzen Holunder nicht mit dem Zwergholunder oder Attich verwechselt – denn dessen Früchte sind giftig (wobei auch die Beeren des echten Holunders nicht roh, sondern nur gekocht bzw. verarbeitet verzehrt werden sollten). Bei der Unterscheidung der beiden Sträucher hilft es, auf das Laub, den Geruch, die Farbe der Blüten, die Beschaffenheit der Beeren und Dolden sowie die Höhe des Strauches zu achten. Eine kurze Zusammenfassung der Merkmale gibt es beispielsweise hier.

Hat man den richtigen Strauch gefunden, sicher identifiziert und sich entschlossen, schon die Blütendolden und nicht erst die Beeren zu sammeln und zu verarbeiten, ist der Rest einfach: Dolden vorsichtig abschneiden und zuhause Käferchen und ähnliches absammeln oder behutsam abschütteln (beim Ernten und Putzen sollten nicht zu viele Pollen verlorengehen), zusammen mit ungespritzten, in Scheiben geschnittenen Zitronen in Wasser ansetzen (für Sirup: Zuckerwasser), zwischen 1 und 3 Tagen warten und gelegentlich umrühren, durchseien bzw. filtern, aufkochen (für Gelee: mit Gelierzucker), in Gläser füllen – fertig!

Sirup oder Gelee ansetzen: Ungespritzte Zitronen und Zitronensäure gehören immer dazu.

Sirup oder Gelee ansetzen: Ungespritzte Zitronen und Zitronensäure gehören immer dazu.

Rezepte mit genauen Maßangaben gibt es massenhaft im Internet auf den einschlägigen Koch-Portalen. Weil die praktisch alle unterschiedlich sind, sei hier auf einen einzelnen Link verzichtet – letzten Endes ist das alles auch eine Geschmacksfrage. Deshalb: Am besten selber ausprobieren!

Gut vorbereitet auf den Winter: Mit Holunderblütensirup und -gelee hat man den Sommer im Glas.

Gut vorbereitet auf den Winter: Mit Holunderblütensirup und -gelee hat man den Sommer im Glas.

Holunder ist nicht nur lecker. Der Volksmund sagt: „Ein Holunder im Garten ist so wertvoll wie eine ganze Apotheke“. Getrocknete Blüten wie auch der Saft der Beeren sollen schweißtreibend wirken und so bei Erkältungskrankheiten helfen, außerdem sind die Früchte reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Holunderblüten wird außerdem nachgesagt, dass sie den Stoffwechsel anregen.

Besonders lecker ist Holundergelee als Brotaufstrich auf einer Schicht Frischkäse.

Besonders lecker ist Holundergelee als Brotaufstrich auf einer Schicht Frischkäse.

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