Vom Hegen und Pflegen einer Weinrebe

Bei diesem schönen Wetter habe ich mich aufgemacht, um mal ein wenig die nicht ganz so nahe Umgebung zu erkunden. Auf dem Weg nach Monzel bin ich durch das schöne Ahrtal gefahren, habe dort am Ahrbogen eine kleine Mittagsrast eingelegt und mich in Wittlich verfahren. Nach gut 2,5 Stunden war ich dann im anerkannten Ferienort Monzel. Hier hatte ich mich beim Weingut Sanders zum Besuch angemeldet.

Ingrid Sanders stand bereits auf der Straße und winkte mir zu. Nach einer herzlichen Begrüßung ging es dann in den Weinkeller und in die Weinberge. Es ist schon faszinierend, wieviel Arbeit in einer Flasche Wein steckt. Besonders, wenn man so viel Wert auf Natürlichkeit legt, wie die Sanders. Die haben sich nämlich ganz bewusst gegen die industrielle Massenproduktion entschieden und setzten auf biologischen Anbau. So werden die Reben beispielsweise nicht gegen bestimmte Insekten gespritzt, sondern die Schädlinge werden durch Pheromonfallen verwirrt und fliegen dann weg.

Hinzu kommt, dass es sich bei den Reben um alte Sorten, die noch nicht gekreuzt oder veredelt wurden,, handelt, gehört hier mit zum Konzept. „Diese alten Reben sind deutlich geschmacksintensiver als veredelte Sorten“, weiß Lu Sanders zu berichten. Er ist fast täglich in seinen Weinbergen, um die Reben unkrautfrei zu halten, den Boden aufzulockern und Schädlinge zu bekämpfen. Dass es sich hierbei zumeist um die steilsten Lagen rund um Monzel handelt, stört ihn dabei nicht. Denn auch diese besondere Lage führt dazu, dass die Weine außergewöhnlich werden.

Während dieser ganzen Zeit, erzählen Ingrid, Lu und der Sohn Mark mit so einer Leidenschaft vom Weinanbau, dem Keltern, dem Hegen und Pflegen der Reben, dass ich als bekennender Nicht-Weintrinker kurz davor stand eine Weinprobe zu machen. Aber ich habe mir aus verlässlicher Quelle sagen lassen, dass dieser Wein tatsächlich außergewöhnlich ist. Mit nur 5 bis 6 Euro pro Flasche ist der Preis auch noch im Rahmen – insbesondere, wenn man weiß, dass alles komplett Handarbeit ist. Selbst das Aufkleben der Etiketten ist Handarbeit, da die Etiketten durch ihre untypische Form nicht maschinell aufgeklebt werden können.

Ich für meinen Teil werde bestimmt nicht das letzte Mal hier zu Besuch gewesen sein. Und die Familie freut sich (nach vorheriger Ankündigung) über weitere Besucher. Eine Weinprobe ist dabei natürlich Pflicht – wenn man denn Wein trinkt.

 

InfoboxWeingut Sanders
Inhaber: I. Sanders

Postanschrift:
Hassumer Str. 71-73
47574 GochTel: 0163 7025805
Homepage: weingut-sanders.de
Facebook: facebook.com/weingut.sanders 

(Die Fotos stammen von Lu Sanders. Weitere Fotos von mir folgen.)

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