Teufel noch eins – wohin zum Abendessen?

Es ist ein schöner Abend. Aber jetzt noch Essen machen? Nein, dazu haben wir keine Lust. Stattdessen haben wir uns auf den Weg nach Drabenderhöhe zur Teufelsküche gemacht. Offenbar waren wir aber nicht die einzigen, die sich für einen Besuch entschlossen hatten. Dennoch fand der Inhaber, Rolf Lang, ein paar Minuten Zeit, um mit uns über sein Restaurant zu sprechen.

Seit wann besitzt du die Teufelsküche?

Ich habe die damalige Dorfschänke von meinen Eltern am 1. Juli 2011 übernommen. Den Betrieb kenne ich aber logischerweise schon viel länger. Aber ganz genau kenne ich hier alles seit 2006, als ich die Küchenleitung übernommen habe.

Damals sind wir auf den XXL-Zug aufgesprungen. Das war damals auch eine gute Entscheidung und hat uns viele neue Gäste beschert. Unser Einzugsgebiet beträgt inzwischen rund 100km.

Der XXL-Hype geht allerdings so langsam dem Ende zu. Bietet die Teufelsküche denn noch mehr?

Selbstverständlich! Als meine Frau und ich das Restaurant vor einem Jahr übernommen haben, haben wir gleichzeitig das Konzept ein wenig geändert. Wir wollten neben der XXL-Schiene auch die gut bürgerliche Küche vorantreiben. Aber wir wollten das auf eine jüngere, moderne und gewagtere Art machen. Also statt der Schweinelendchen in Champignonrahmsauce gibt’s diese bei uns auf Balsamico-Thymian Schalotten an gebratenem Wirsing und Pommes croquettes.

Gleichzeitig haben wir überlegt, dass der Name „Dorfschänke“ nicht zu unserem Konzept passt. Im Vorfeld haben wir daher lange nach einem passenden Namen gesucht. Aber da war eigentlich nichts dabei, was uns gefiel. Irgendwann fiel dann „die Teufelsküche“ – und wir waren uns einig, dass das unser Namen ist. Anfangs gab es zwar ein paar Reibereien mit der Kirchengemeinde – kein Wunder, wir sind ja schließlich genau gegenüber. Aber das war nach kurzer Zeit dann auch behoben.

Also, um es kurz zu machen: Sowohl mit der Karte, als auch mit dem Namen wollten wir den Spagat versuchen, die ältere Generation in der ehemaligen Dorfschänke zu behalten und die jüngere Generation für uns zu gewinnen. Bisher gelingt uns das ganz gut, wobei man sagen muss, dass insbesondere die jüngeren Gäste total auf unsere XXL-Gerichte abfahren. Die machen da teilweise richtige Wettkämpfe raus.

Wenn man daran denkt, wie viel Hunger es auf der Welt gibt. Ist es dann nicht schon pervers, XXL-Gerichte anzubieten? Da wird doch sicherlich sehr viel weggeschmissen.

Nein, bei uns überhaupt nicht! Aber du hast Recht. Wir bekommen immer wieder böse Mails mit Vorwürfen, wie man so etwas in der heutigen Zeit anbieten könne. Die so etwas schreiben, waren aber noch nie hier. Bei uns kann sich jeder alles einpacken lassen, was er nicht schafft. Und das machen auch die meisten. Das ist teilweise sogar schon fast nervig, wenn man im Hochbetrieb alles einpacken muss. Aber im Grunde genommen ist es auch schön zu sehen, dass die Leute unser Essen mit nach Hause nehmen. Dann scheint es ja geschmeckt zu haben.

Wir konnten uns ja selbst vom guten Geschmack überzeugen. Aber bei deinen Preisen – ein 30cm Burger kostet ab 18 Euro – leidet da nicht die Qualität?

Nein, überhaupt nicht. Das Brot wird vom ortsansässigen Bäcker extra für uns täglich frisch gebacken. Für die Burger-Patties kaufe ich jeden Tag zwischen 5 und 10kg Gehacktes. Weißt du, so ein Tiefkühlmist kommt mir nicht ins Haus. Überhaupt sind alle Zutaten frisch.

Die Teufelsküche ist ja auch in der Region für ihre Livekonzerte bekannt.

Da sind wir auch stolz drauf. Zurzeit haben wir viele Coverbands zu Besuch. Aber wir wollen auch regionalen Bands eine Bühne geben. Auf eine bestimmte Stilrichtung lassen wir uns dabei nicht festlegen.

Ich persönlich freue mich immer auf unsere Events. Einmal weil wir damit unseren großen Saal für bis zu 160 Personen gut nutzen könne, aber auch weil mir die Konzerte richtig gut gefallen.

Spielt denn Musik in deinem Leben eine Rolle?

Ja, ich lerne seit 2 Jahren Schlagzeug. Das macht mir richtig viel Spaß. Das ist neben meiner Familie und meinem Hund mein größtes Hobby.

Du hast die Teufelsküche vor einem Jahr übernommen. Wird es denn eine Feier zum Einjährigen geben?

Das muss ich mit einem eindeutigen Jein beantworten. Ja, wir feiern ganz groß und Nein, wir feiern nicht nur das Einjährige, sondern auch mein Fünfjähriges als Küchenchef. Am 28. Juli (also morgen!) findet unser 5. Open Air Western BBQ ab 14 Uhr statt.

Das klingt nach Grillen auf der Terrasse.

Ach, das ist viel mehr. Wir lassen für dieses Event die Straße sperren. Im Grunde genommen ist es das größte Dorffest, was wir hier in Drabenderhöhe haben. Wir erwarten zwei Livebands, bieten verschiedene Verkaufsstände, eine Kinderbelustigung und natürlich XL-Burger, Steaks und Spare Ribs vom 2m Grill.

In diesem Jahr freuen wir uns auf ein großes Trike-Treffen. In den letzten Jahren war das mal ein Quad-Treffen oder auch ein Treffen von BossHoss-Maschinen. Ich hoffe, die Gäste damit begeistern zu können.

Würdest du unseren Lesern ein kleines Rezept verraten?

Gerne doch. Was darf es denn sein? Wie ich schon sagte, will ich nicht, dass die Leute über mich sagen: Es war lecker. Ich will, dass die begeistert sind. So ist bei uns ein vegetarisches Gericht nicht einfach nur ein Salatteller oder ein Grünkernbratling. Nein, bei uns ist das gartenfrischer Rucola mit Birnenspalten, Kirschtomaten und Walnüssen. Oder wer es lieber etwas rustikaler mag, sollte mal unser Schnitzel mit geschmolzenen Kräuter-Kirschtomaten auf gebratenem Wirsing mit Potatoe Wedges probieren.

Das hört sich beides sehr lecker an. Würdest du uns das Rezept für die geschmolzenen Tomaten verraten?

Wie gesagt: Sehr gerne!

Also, man erhitzt Knoblauchöl sehr stark und gibt dann Kirschtomaten und klein gehackte Zwiebeln hinzu. Die Tomaten sollen nicht anbraten, daher muss man sie die ganze Zeit bewegen. Nach ein oder zwei Minuten platzen die Tomaten dann auf und es entsteht ein sämiger Sud. Das ganze wird mit Salz, Pfeffer und frischen Gartenkräutern pikant abgeschmeckt.

Wir geben diesen Sud dann über das Schnitzel und dekorieren die Kirschtomaten mit einigen Blättern Rucola. Aber man kann die geschmolzenen Tomaten auch gut als Soße für Nudeln nehmen.

Zum Schluss noch eine Frage: Warum sollte jemand in die Teufelsküche kommen?

Weil wir bezahlbare, schmackhafte, gut bürgerliche Küche bieten, die man nicht überall bekommt. Das ist mein Gedanke von der Teufelsküche.

Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg!

Infobox

Teufelsküche – Restaurant, Live Events & more
Inhaber: Rolf Lang

Alte Kölner Straße 2
51674 Wiehl-Drabenderhöhe

Telefon: 02262-2956
Homepage: die-teufelskueche.de


(Das Interview führte C. Gissinger.) 

Das könnte Dich auch interessieren...