Die Steinbreche in Wiehl

Die Anlage besteht aus den beiden in Beton gebauten Rutschen oder Schurren. Das in den Steinbrüchen gewonnene Steinmaterial wurde mit Loren nur in die südliche Rutsche gekippt und gelangte von dort in den Brecher. Die nördliche Rutsche diente als Silo für den Grobschlag (60-120 mm), der von der Siebanlage aus per Transportband in diese Rutsche gefördert wurde. Die Rutschen sind wie Bunkertaschen ausgebildet und seitlich mit Eisenprofilen ausgekleidet.

Parallel zu den Rutschen steht in einem Abstand von ca. 4,5 m das Silogebäude mit sechs Bunkertaschen. Die Silos erheben sich über einer Reihe von vier Stützen, die das Bauwerk zur Teilseite im Untergeschoß öffnen. Zur Hangseite stehen die Silos auf einer massiven Stützwand. Dadurch konnten Eisenbahnwaggons und später LKW’s direkt unter den Bunkertaschen aufgestellt und gefüllt werden. über den Silos erhebt sich ein in Holzfachwerk erstelltes Geschoß mit Satteldach. Das Fachwerk ist allseitig mit Holzdielen verschalt. In den rechteckigen Fensteröffnungen sitzen kleinteilige Holzsprossenfenster, die fragmentarisch noch erhalten sind. über dem Dachfirst ist eine walmgedeckte Be- und Entlüftungsraupe aufgesetzt. Zur Hangseite ist die obere Partie des Silogebäudes partiell vorkragend ausgebildet. Hier mündete der Elevator ein, der das Brechgut von dem Brecher zu den ehemals über den Silos angeordneten Sieben förderte.

In dem ca. 4,5 m breiten Zwischenraum zwischen Rutschen und Silos war in einem niedrigen Geländekörper als Herz der Gesamtanlage der Brecher aufgestellt. Es war zuletzt ein Doppelkniehebel-Brecher der Firma Gutehoffnungshütte (700 X 400 mm) . Solche Backenbrecher waren seit der Frühzeit der Schottererzeugung in der bergischen Steinindustrie in Gebrauch: gegen eine feststehende geriffelte Backe wird eine zweite fest gegen gepresst und zerdrückt in den keilförmig sich verengenden und aufweitenden Raum zwischen den Backen das oben eingegebene Steinmaterial. Das unten herausfallende Brechgut gelangte in die Becher des Elevators und wurde auf das über den Silos sich erhebende Geschoß gefördert. Oben fiel das Brechgut auf eine quer zur Hauptausrichtung des Gebäudes stehende Rutsche. Von dort gelangte es zur Siebanlage.

Die Siebe waren über den Bunkertaschen angeordnet. Zuletzt waren zwei Siebmaschinen der Fa. Haver & Boecker (3000 X 1000 mm) aufgestellt. Zuvor erstreckte sich über den Bunkertaschen eine 8 bis 9 m lange Siebtrommel 8, die den Schotter nach Korngröße sortiert auf die Bunkertaschen verteilte. Der Grobschlag (60-120 mm) wurde nicht im Silogebäude gelagert. Er gelangte vom Sieb auf ein Transportband, das zur nördlichen Rutsche führte.

Der Antrieb der Maschinen erfolgte mit Strom, der in einem kleinen Transformatorhaus neben den Rutschen auf die notwendige Betriebsspannung gebracht wurde.

Von den Gleisanlagen sind. oben auf Straßenniveau keine Reste erhalten. Hier führte ein Kleinbahngleis über die Rutschen und endete jenseits der Rutschen in einer Spitzkehre.

Im Tal reichte ein Normalgleis unter der Siebanlage hindurch. Es war über eine Weiche mit einem Parallelgleis verbunden. Daneben befindet sich das heute noch vorhandene Gleis, das sich Richtung Wiehl noch mehrere hundert Meter fortsetzt und auf der anderen Seite die Verbindung zur Wiehltalbahn herstellt.

 

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