600% GEMA-Tariferhöhung für Veranstalter

Die GEMA macht derzeit gerade in der Clubszene wieder Schlagzeilen. Eine geplante neue Tarifstruktur für den Veranstaltungsbereich sorgt für Verwirrung. Veranstalter fürchten eine Kostenexplosion.

Nach eigenen Angaben will die GEMA – in Langform „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ bis 2014 Ihre Gebührenordnung umstellen, Ziel ist daß 10% der Bruttoeinnahem eines Konzertes an die GEMA gehen. Inklusive Sponsorengelder, versteht sich.

Grundsätzlich ist die Idee hinter GEMA durchaus richtig, Gedankengut muss geschützt werden und Nutzung geistigen Eigentums muss angemessen bezahlt werden. Allerdings sollte auch Veranstaltern von Auftritten, bei denen es nicht um internationale Topacts handelt, eine Existenzfähigkeit gewährt bleiben. Zwei Tarife (für Livemusik und für Tonträgermusik) sollen künftig insgesamt elf Tarife ersetzen.  Damit geht ein sehr großer Teil der mit diesen unterschiedlich gestalteten Tarifen erzielten Einzelfallgerechtigkeit verloren. Betroffen sind alle Veranstaltungen, in denen Musik live oder von Tonträgern (CD, DVD, PC, Laptop usw.) gespielt wird. Das sind z.B. alle Veranstaltungen in der Gastronomie, vom Jazzabend bis zur Ü-30-Party, Tanzveranstaltungen, Bälle, Galas, Silvesterfeiern, Bunte Abende aber auch Straßenfeste, die durch ein aktuelles BGH-Urteil schon jetzt eine Vervielfachung der Lizenzgebühren zu verkraften haben.

Es wurde eine Petition gestartet, die bei 50.000 (online)-Unterschriften dem Bundestag vorgelegt werden wird.

Die GEMA „verkauft“ ihre neue Tarifstruktur damit, dass sie einfacher und ausgewogener sei und zu deutlichen Vergünstigungen führe. Sie verschweigt aber, dass die Vergünstigungen nur verhältnismäßig wenige Veranstaltungen, mit Eintrittsgeld zwischen 2 und 8 Euro, betreffen. Für viele Musiknutzer bringt die Tarifstruktur hingegen Erhöhungen von zum Teil mehreren hundert bis zu über tausend Prozent mit sich.

 

Der Vorstandsvorsitzende der GEMA, Dr. Harald Heker, sicherte den Mitgliedern zu: „Wir gehen jeder einzelnen Beschwerde unserer Mitglieder nach und nehmen diese auch sehr ernst.“ Dass in vielen Bereichen ein erhöhter Informationsbedarf besteht, ist offensichtlich. Die GEMA ist offen für den Austausch für Mitglieder und Außenstehende, die mit konstruktiver Kritik, aber auch sachlichen Vorschlägen zur Optimierung an die GEMA herantreten.

 

Mal eine Beispielrechnung:
„Bei durchschnittlich zehn Veranstaltungen pro Monat in einer mittelgroßen Discothek mit 2 Dancefloors von z.B. 410 und 310 qm bei einem Eintrittsgeld von 8 Euro erhöhen sich die GEMA-Gebühren (inkl. aller Zuschläge) von 21.553 Euro netto/Jahr auf 147.916 Euro netto/Jahr (+ 686 %).“

 

Klare Worte findet auch DJ Marco Maribello, der seit Jahren auf vielen Veranstaltungen und Feiern in NRW unterwegs ist.

 

Die neue Tarifstruktur der GEMA berücksichtigt nur eins: Das Maximum aus einem Event herauszuholen. Die neuen Ideen sind nicht zu Ende gedacht und lösen jetzt schon schwerwiegende Reaktionen in allen Bereichen des Nachtlebens aus. Veranstalter können Ihre Events nicht mehr wirtschaftlich realisieren, denn das Umlegen der teilweise drastisch erhöhten Gebühren auf den Eintrittspreis erhöht wiederum die Gemagebühr. Ein Teufelskreis. Was bleibt? Vielleicht kostet dann ein kleines Bier demnächst 4 oder 5 Euro, was der Gast langfristig nicht akzeptieren wird und die Veranstaltung dem Tode geweiht ist.
Was bleibt um etwas zu ändern ist doch klar. Macht es wie wir und unterschreibt die Petition. Nur mit eurer Stimme kann man etwas bewegen.

 

 

 

 

 

 

 

You may also like...