ALS TITELVERTEIDIGER NUR AUSSENSEITER – DER ERSTE AKT IM DEUTSCHEN TRAUMFINAL

Im vierten Europapokalfinale in Folge kann der VfL Gummersbach den vierten Pokal holen. Das Problem: Gegner ist die aktuelle Nummer zwei im deutschen Handball, die SG Flensburg-Handewitt. Das Hinspiel findet am Sonntagabend (Anwurf 19.00 Uhr, live im TV bei Eurosport) in der Eugen-Haas-Halle statt.

In der aktuellen Ligasaison war die Mannschaft des Schweden Ljubomir Vranjes beim ersten Aufeinandertreffen viel zu stark (27:43), im Rückspiel vor nur einem Monat in Gummersbach in den entscheidenden Momenten immer noch ein wenig abgeklärter als der VfL. Die SG siegte in der Eugen-Haas-Halle mit 32:30 (15:14).

In einem hitzigen Spiel mit vielen Unterbrechungen stand es nach 20 Minuten 9:9, nach einem Treffer des Ungarn Barna Putics 12:11 für den VfL und zur Pause nur 14:15 aus Sicht der Hausherren. Nach dem Seitenwechsel riss der Mazedonier Borko Ristovski, im Europapokal nicht spielberechtigt, die VfL-Fans von den Sitzen. Hintereinander weg hielt er zwei Strafwürfe des ehemaligen Gummersbachers Viktor Szilagyi. Den dritten gegen den VfL verhangenen Siebenmeter, diesmal versuchte Anders Eggert sein Glück, musste er allerdings passieren lassen und die Gäste führten mit 17:15. Der VfL ließ sich nicht weiter distanzieren und glich schließlich durch Christoph Schindler zum 23:23 aus. Im direkten Gegenzug nutze der Halblinke Lars Kaufmann allerdings die Lücke in der VfL-Defensive zum 24:23 und Michael Knudsen traf zum 25:23. Angetrieben durch das Publikum gelang Schindler der erneute Anschlusstreffer zum 24:25, Adrian Pfahl das 25:27 und Kentin Mahé durch zwei Tore in Folge das 27:29 (56.). Flensburgs bester Torschütze Petar Djordjic sorgte mit seinem Treffer zum 30:27 aber schließlich für die Vorentscheidung.

Der VfL machte ein sehr gutes Spiel, hatte den Tabellenzweiten sogar am Rande der Niederlage, musste aber einsehen, dass Flensburg Fehler unglaublich konsequent bestraft. VfL-Trainer Emir Kurtagic: „Am Ende waren im letzten Spiel Kleinigkeiten entscheidend. Vor allem SG-Torhüter Mattias Andersson hat den Unterschied gemacht.“ Im dritten Aufeinandertreffen der Saison brauche der VfL neben einer ebenfalls sehr guten Torhüterleistung, auch eine konzentrierte Abwehr und Sicherheit im Abschluss. „Wir wollen das Spiel zu Hause lange offen gestalten, werden alles geben.“ Für den jungen Gummersbacher Übungsleiter ist die Favoritenrolle auch im Pokalfinale aber klar verteilt. „Wir sind gerade erst dem Abstieg entkommen, die SG stand im Pokalfinale, spielt eine Riesensaison und wird im nächsten Jahr in der Champions League spielen.“

Die letzten Zweifel an der direkten Qualifikation für die Königsklasse beseitigten die Norddeutschen am letzten Bundesliga-Spieltag. Vor über 10000 Zuschauern in der Mannheimer SAP-Arena holte die SG bei den Rhein-Neckar Löwen einen Rückstand von sechs Toren auf und siegte am Ende mit 34:27 (14:18). Danach strahlte SG-Coach Ljubomir Vranjes vor Glück. „Vor allem auf unseren Handball in der zweiten Hälfte kann man stolz sein.“

Die SG hat einen überragenden Lauf, der durch die Pokalfinal-Niederlage gegen Kiel nur kurz unterbrochen wurde. Der VfL, immerhin Titelverteidiger im Europapokal der Pokalsieger, geht also als Außenseiter in die anstehenden Finalspiele. Die erreichte der VfL mit einem 32:25-Heimspielerfolg gegen den slowenischen Serienmeister HC Celje und machte damit die 27:34-Hinspielniederlage wieder wett. Den Norddeutschen reichte nach dem 39:30-Hinspielerfolg gegen das spanische Topteam BM Aragon im Halbfinal-Rückspiel auswärts ein 31:34 (13:16). Große Unterschiede in der Liga und „Gleichschritt“ im Europapokal – das bietet zumindest Raum für Überraschungen.

Fraglich ist, ob VfL-Regisseur Christoph Schindler daran mitwirken kann. Der 28-jährige laboriert noch immer an einer Zerrung.

Quelle Text: Homepage des VFL Gummersbach 

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